Andrea Wlcek

vernetzt– mobil – smart: Der nationale IT-Gipfel nähert sich zum sechsten Mal

Logo 6. Nationaler IT-Gipfel 2011 MünchenAm 6. Dezember treffen in der bayrischen Landeshauptstadt München die führenden Köpfe der deutschen ITK-Wirtschaft auf hochrangige Vertreter aus der Politik – allen voran Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Der Anlass: das BMWI lädt zum sechsten nationalen IT-Gipfel. Unter dem Motto „vernetzt-mobil-smart“ will man „den IKT-Standort Deutschland stärken, indem sich Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über zentrale Fragen der IKT austauschen und Initiativen ergreifen.“

In sechs Arbeitsgruppen und vier Fachforen werden sich die Gespräche hauptsächlich rund um die Schwerpunkte Vernetzung, Mobilität und smarte IKT-Anwendungen drehen. Diskussionsthema wird sicherlich auch die Leistungsfähigkeit des IT-Standortes Deutschland sein – was muss geschehen, um Deutschland zum Spitzenreiter in Sachen Informationstechnologie zu machen?

GFT hat als Mitglied der Arbeitsgruppe 1 „IKT-Standort und innovative Anwendungen für die Wirtschaft“ die Gremienarbeit aktiv mitgestaltet. Am Gipfeltag wird Ulrich Dietz in Forum 1 Diskussionsteilnehmer zum Thema „Vom Social Web zum Business Web: Wie gelingt Deutschland der Sprung in die Web-Wirtschaft?“ sein.

Neu in diesem Jahr: Die IT Gipfel-App bietet den Teilnehmen interessante Möglichkeiten zu Kommunikation, Diskussion und Vernetzung und kann kostenlos in App Store und Android Market heruntergeladen werden. Natürlich dient die App auch als digitaler Führer durch das Programm – alle wichtigen Termine lassen sich dort in Erfahrung bringen. Für Informationen und Meinungen zum Gipfel in Echtzeit gibt es außerdem die Möglichkeit, dort die neuesten Tweets abzurufen.

Bei Twitter werden die Teilnehmer dann auch unsere Tweets zum Thema finden: Unter dem Hashtag #itg11 werden wir unsere Eindrücke vom Gipfel schildern.

Wie schon im vergangenen Jahr wird der IT Gipfelblog des Hasso-Plattner-Instituts den 6. IT-Gipfels in München mit zahlreichen Interviews begleiten.

Janina Benz

Experte Dr. Hansjörg Leichsenring im Interview zum Thema Mobile Payment

Hansjörg Leichsenring, ist leidenschaftlicher Banker und Blogger und beschäftigt sich mit Innovationen, Trends und Kundenverhalten im Finanzsektor. Eines seiner Spezialgebiete ist das Thema Mobile Payment. Kennengelernt haben wir Herrn Leichsenring über Twitter und wir freuen uns sehr, dass er sich die Zeit genommen hat, uns ein paar spannende Fragen zu beantworten.

Miguel Reiser: Hallo Herr Leichsenring, haben Sie schon einmal Ihr Busticket mit dem Handy bezahlt?

 

Hansjörg Leichsenring: Nein, was aber u.a. auch daran liegt, dass ich sehr selten Bus fahre.

MR: Was denken Sie – wann wird dies selbstverständlich sein?

HL: Ganz generell ist meine Prognose, dass in fünf Jahren das Bezahlen mit dem Mobiltelefon hierzulande zum Alltag gehören wird.

MR: Was verhilft Mobile Payment in Europa zum Durchbruch?

HL: Viele Akzeptanzstellen, absolute Sicherheit und eine hohe Convenience für alle Beteiligten. Sowohl die Verbraucher als auch der Einzelhandel müssen Spaß daran haben. Dazu sind auch die Kosten zu beachten. In Deutschland haben wir immer noch die höchsten Preise für Mobilfunknutzung im Vergleich mit anderen Ländern. Das muss sich schnell ändern, um die Akzeptanz und Verbreitung beim Konsumenten noch zu stärken. Aber auch für den Handel muss es finanziell attraktiv sein, mobiles Bezahlen zu akzeptieren. Zusätzliche Kosten oder hohe Gebühren wären ein echtes Hemmnis für Mobile Payment.

MR: Wird die Möglichkeit zum Mobile Payment traditionelle Zahlungsmittel wie die Kreditkarte gänzlich verdrängen?

HL: Wohl eher nicht, wir haben ja auch nach Jahren des kartenbasierten Zahlens immer noch eine hohe Bargeldkultur. Der Kreditkartenanteil liegt hierzulande ja mit rd. 5 Prozent ohnehin sehr niedrig. Da erwarte ich auch durch Mobile Payment wenig Veränderung. Meine Schätzung ist, dass der Anteil des mobilen Bezahlens in ca. 5 Jahren bei 15-20 Prozent liegen könnte und in gleichen Teilen zu Lasten Bargeld- und EC-Karten-basierten Verfahren geht.

MR: Welche Rolle nehmen die Mobilfunkbetreiber ein und werden die Banken beim Zahlungsverkehr noch ihre Finger im Spiel haben, wenn sich Mobile Payment durchsetzt?

HL: Spannende Frage. Ich war entsetzt, als mir neulich der Vertreter einer Schweizer Großbank in einer Diskussion über Trends im Zahlungsverkehr sagte, es sei doch gar nicht so schlimm, wenn man als Bank endlich die Kleintransfers loswerde. Wenn sich diese Haltung bei den Banken durchsetzt, würden sie bald die Plattform „Girokonto“ als zentralen Kontaktpunkt verlieren. Im Augenblick hat es aber tatsächlich den Anschein, dass die Banken den Entwicklungen im Payment-Bereich eher zusehen, statt selbst Akzente zu setzen. Allerdings haben die Banken immer noch einen erheblichen Vorsprung, wenn es um die Frage geht, wem die Menschen ihr Geld anvertrauen. Insofern könnten sie mit einem „Zwischenspurt“ wieder ins Geschehen eingreifen. Die Mobilfunkbetreiber hätten hierzulande auch noch eine lange Wegstrecke zurückzulegen, bis sie entsprechende Angebote unterbreiten könnten. Da sieht es in anderen Ländern, wie z.B. Japan ganz anders aus. Allerdings gibt es bereits Mobilfunkgesellschaften mit einer Banklizenz für den Zahlungsverkehr. Deshalb ist für die Banken schon „Alarmstufe Rot“ angesagt. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass sich bei uns ein Partnering zwischen Bank und Mobilfunkanbieten durchsetzen wird. Derartige Kooperationen haben ja auch eine gewisse Tradition.

MR: Brauchen wir einen (europaweiten) Mobile Payment-Standard? Wenn ja: Regelt das der Markt, oder brauchen wir hierzu die Politik?

HL: Wenn wir über Mobilfunk sprechen, dann gibt es dort schon internationale Standards und auf diesen wird dann auch das Mobile Payment aufsetzen. Das liegt im Interesse aller Teilnehmer. Sobald es um regulierungspflichtige Angebote geht, greifen ohnehin die bankenaufsichtsrechtlichen Regeln. Ansonsten glaube ich, dass der Markt das alleine regeln kann und wird. Das Beispiel SEPA zeigt auch deutlich die Grenzen einer staatlich auf den Weg gebrachten Standardisierung.

MR: Welche Anforderungen bzw. Erfolgsfaktoren sehen Sie für die technische Umsetzung; Stichwort Datenschutz/Managing Trust?

HL: Aus Kundensicht: Schnelle Verbreitung der Akzeptanzstellen, ein hoher Sicherheitsstandard und enthaltener Zusatznutzen, z.B. durch Coupons, Treueprämien und Rabatte. Am besten macht das Ganze auch noch Spaß. Aus Sicht des Einzelhandels: Bereitstellung von Anreizen für die Akzeptanz mobiler Zahlungen (z.B. Übernahme der Einführungskosten), nicht mehr, sondern weniger Komplexität, einheitlicher Point-of-Sale. Außerdem ist daran zu denken, dass mobile Zahlungen mit Karten für eine lange Zeit nebeneinander existieren und integrierte, zertifizierte Lösungen für Händler erforderlich sind.

MR: Vielen Dank für das Interview und die ausführliche Diskussion unserer Fragen Herr Leichsenring.

Sie möchten mehr über Herrn Leichsenring erfahren? Dann treffen Sie ihn auf Facebook oder auf Twitter.

Andrea Wlcek

CODE_n – Kennen Sie den Code des Neuen?

Gute Ideen können überall entstehen und das ist gut so. Spätestens seit der Erfindung der Smartphone-Technologie ist deutlich, in welchem Ausmaß unsere Welt durch eine gute Idee oder ein innovatives Produkt verändert werden kann.

Die mobile Revolution hat uns längst erreicht. Termini wie: Social Media, Google+, Facebook und Angry Birds prägen unseren Wortschatz. Mobile Lösungen sind ein essenzieller Bestandteil geworden und verändern unseren Alltag sowie unser Kommunikationsverhalten jeden Tag ein Stückchen mehr.

Welche Ideen stehen schon in den Startlöchern, um unser Leben zukünftig zu revolutionieren?

Wir sind gespannt, welche Trends und Innovationen auf uns warten. Aus diesem Grund wurde von GFT die Innovationsinitiative CODE_n ins Leben gerufen. Hochkarätige Unterstützung erhält das Projekt durch die Strategischen Partner: Ernst & Young, Fujitsu Technology Solutions, Deutsche Messe, BITKOM und ZKM.

Der ausgeschriebene Wettbewerb steht unter dem Motto „Shaping Mobile Life“. Ziel ist es, die 50 kreativsten Nachwuchsunternehmer, Start-ups und Querdenker der IT-Branche zu finden. Diese Finalisten haben die Möglichkeit, ihre Ideen auf der weltweit größten Technologiemesse, der CeBIT 2012, in Hannover, vorzustellen.

Am Ende der CeBIT wird die beste Idee durch eine renommierte Jury mit dem CODE_n Award gekürt. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 25.000€ und einem zweijährigen Coaching durch erfahrene Manager der Strategischen Partner verbunden.

Haben Sie die bahnbrechende Idee? Dann bewerben Sie sich bis zum 30. November hier.

Sie sind zwar selbst kein Unternehmer aber Sie kennen sich aus mit den Trends der mobilen Welt und analysieren diese fleißig auf Ihrem Blog? Dann treten Sie der Diskussion bei und nehmen an unserem Blog Wettbewerb teil. 

Weitere Informationen zum Wettbewerb und zu CODE_n finden Sie hier.

Georg Hildebrand

Social Media trifft auf den Bankensektor: Was können Banken von Coca-Cola und Starbucks lernen?

Früher wurden Bankgeschäfte in der Filiale um die Ecke getätigt. Heute geht man ins Internet und erledigt alles mit nur wenigen Mausklicks. Doch die Bankenlandschaft ist nicht erst seit dem Online Banking in Bewegung. Die Präsenz der Finanzinstitute in den Social Media-Kanälen ist heute mehr als nur eine Chance; sie wird zukünftig erfolgsentscheidend für die Kundenbindung sein.

Die Transparenz dieser Kanäle ermöglicht es dem Kunden, sich über verschieden Produkte und Leistungen zu informieren und diese zu vergleichen. Solche Möglichkeiten der Informationsbeschaffung führen automatisch zu einer veränderten Erwartungshaltung an die Banken. Lothar Lochmaier, der Autor des Blogs Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie, spricht in diesem Zusammenhang auch vom mündigen Bankkunden, der mit seiner gesteigerten Erwartungshaltung die Banken zum Schwitzen bringt.

Die „mündige“ Generation erwartet, die Informationen im Netz vorzufinden und sucht den Dialog über die Social Media-Kanäle. Besonders beliebt bei Banken sind Facebook und Twitter— dennoch sind Interaktion und echter Dialog noch selten.

Warum das so ist und was der Bankensektor von den großen Konsumgüterherstellern, wie Coca-Cola und Starbucks lernen kann, hat J. Erik Heinz, Business Consultant bei GFT, genauer unter die Lupe genommen und ist zu folgendem Ergebnis gelangt: „Die Konsumgüterhersteller nutzen ihre Social Media-Kanäle verstärkt um ihre Produkte und Kampagnen zu pushen und verbinden dies häufig mit Gewinnspielen. Wirklich interessant dabei war der Unterschied zu den Banken: Dort wenden sich die User eher mit Problemen oder Fragestellungen an die Finanzinstitute.“

Die Herausforderung für Banken liegt somit im erfolgreichen Kundenservice und der Gewährleistung einer schnellen Interaktion. So kann Social Media als strategischer Erfolgsfaktor eingesetzt werden.

Bestätigt wird diese These durch die Ankündigung der Deutschen Bank, mit einem ganzen Social Media Team ins Rennen zu gehen und genau diese Thematik umzusetzen.

Lesen Sie auch unseren Corporate Newsletter zum Thema: Banking Communities – Internetangebote sind Risiko und Chance zugleich