Erwin Selg

Cash per Handy

Die Nachfrage nach Mobile Payment-Angeboten steigt: Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner wird die Anzahl der Mobile Payment-Nutzer in diesem Jahr bis auf 108,6 Mio. steigen. Dies entspricht einem Anstieg von 54,5 % gegenüber dem Vorjahr, in dem 70,2 Mio. Nutzer für den neuen Service registriert wurden.

Das Handy als Portemonnaie scheint Skeptikern zum Trotz auf dem Vormarsch. Die Möglichkeiten der Near Field Communication bieten interessante neue Einsatzmöglichkeiten des Handys im Geldverkehr. Dabei ermöglicht ein mittlerweile in vielen Geräten eingebauter Chip das berührungslose Bezahlen per Funkübertragung. Ein weiterer vielversprechender Ansatz ist das „HalCash“. Dem Kunden wird dabei per SMS eine Transaktionsnummer zugeschickt, mit der er Geld am Automaten abheben kann. In Spanien funktioniert dieses System bereits an 12.000 Geldautomaten von zehn Banken. Weitere Institute in Europa und Südamerika befinden sich derzeit in der Testphase und wollen das Verfahren schon bald allen Kunden anbieten. Der Vorteil: Auch ohne EC- oder Kreditkarte lässt sich unkompliziert Bargeld abheben – gerade in Notfällen und auf Reisen eine gute Alternative. Die GFT hat die Entwicklung dieser Technologie bedeutend vorangetrieben und arbeitet weltweit an der Implementierung.

So bekommt das Handy neben seiner Hauptfunktion in der Kommunikation eine wichtige Rolle im Zahlungsverkehr. Manchmal benötigen technische Ansätze einfach den richtigen Dreh, um sich durchzusetzen – entscheidend ist der Mehrwert für den Kunden.

Bernd-Josef Kohl

Biometrie und Handy-Technik sind vielversprechende Sicherheitsansätze

Sicherheit bei der EC-Nutzung spielt in der Öffentlichkeit eine immer größere Rolle. So kennen viele Menschen das Thema Skimming-Betrug nicht mehr nur aus den Medien, sondern haben sogar Fälle im Bekanntenkreis erlebt. Doch die Bankenwelt ist nicht untätig. Derzeit finden gleich mehrere parallele Entwicklungen statt, die das Bezahlen und Geldabheben mit der EC-Karte sicherer machen sollen. Ein vielversprechendes Verfahren ist die Biometrie. Schon heute testet die Sparkassengruppe gemeinsam mit GFT versuchsweise die Nutzung von EC-Karten, auf denen der Fingerabdruck des Kontoinhabers gespeichert ist. Am Kölner Neumarkt und in der Berliner Brunnenstraße stehen entsprechende Automaten, die von den Teilnehmern eines Versuchsprojektes gerne und ohne große Probleme genutzt werden.

Doch auch der Blick über den Tellerrand ist aus der Sicht eines Sicherheitsspezialisten lohnenswert. Hier zeigen uns einzelne Projekte aus Afrika und Asien, wie die Zukunft des Bezahlens aussehen könnte. Wo keine keine Payment-Infrastruktur mit Geldautomaten und Banken zur Verfügung stehen, entwickelt sich mehr und mehr das Handy zum Universal-Tool für alle Arten von Transaktionen. Für Sicherheit sorgen dabei die Möglichkeiten der Near Field Communication: Ein kleiner Chip im Mobiltelefon beherbergt dabei – sicher verschlüsselt – eine PIN-Nummer oder etwa den Fingerabdruck des Benutzers. Das Handy in der Nähe einer mobilen oder stationären Bezahlstation fungiert dann als Werkzeug, mit dem die Rechnungsvorgänge angestoßen werden.

Da die Handyhersteller die Technik mit vergleichsweise niedrigem Aufwand in ihre Geräte implementieren können, werden sich wohl auch in Europa entsprechende Angebote etablieren. GFT beobachtet diese spannende Entwicklung sehr genau und arbeitet auch auf diesem Gebiet an ersten, vielversprechenden Projekten. Wer weiß, vielleicht sind die Tage des Bargelds endgültig gezählt, wenn sich diese Systeme durchsetzen.