Bernd-Josef Kohl

Apple Pay in Deutschland: Springen Sparkassen und Volksbanken jetzt auf den Zug auf?

Es ist kaum zwei Monate her, dass Apple seinen iPhone-Bezahldienst Pay vorgestellt hat und schon kommt auch hierzulande Bewegung in den Mobile-Payment-Markt. Sowohl Sparkassen als auch Genossenschaftsbanken zeigen Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen. Aus Kundensicht eine gute Nachricht. Fraglich bleibt nur, ob sich die deutschen Banken auch auf einheitliche Standards einigen werden.

Apple Pay

Es überrascht kaum, dass Apples Einstieg in das Geschäft mit mobilen Bezahldiensten auch deutsche Finanzinstitute unter Zugzwang setzt. Schließlich könnte es der entscheidende Impuls sein, der dem Markt für mobiles Bezahlen nun endlich Dynamik verleiht. Im Blogbeitrag Mobile Payment mit iPhone 6: Deutsche Banken stehen jetzt unter Druck hatte ich das Zeitfenster skizziert, das sich nach dem Eintritt von Apple in den Mobile-Payment-Markt für deutsche Banken öffnet. Sparkassen und Volksbanken scheinen es nun nutzen zu wollen. Beide Verbände bestätigten in Medienberichten, dass sie Interesse an einer Zusammenarbeit haben.

Win-Win-Situation zum Greifen nah
Damit treffen sie die richtige Entscheidung, wollen sie noch eine Chance haben, die künftige Entwicklung hierzulande mitzugestalten und nicht anderen das Spielfeld überlassen. Es ist zu erwarten, dass Gespräche zwischen Apple und den Sparkassen sowie den Volks- und Raiffeisenbanken erfolgreich verlaufen werden. Schließlich könnte eine Zusammenarbeit, richtig angepackt, zur klassischen Win-Win-Situation werden – und die ist nun, bei aller öffentlichen Zurückhaltung der Akteure, zum Greifen nah. Deutsche Finanzinstitute blieben wichtige Akteure im Zukunftsmarkt Mobile Payment. Apple erhielte Zugang zu Millionen Sparkassen- und Volksbankkunden. Auch das sensible Thema Datenschutz dürften die US-Amerikaner im Blick haben: Schließlich genießen beim deutschen Verbraucher hiesige Banken immer noch mehr Vertrauen als globale US-Konzerne.

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Bernd-Josef Kohl

Mobile Payment mit iPhone 6: Deutsche Banken stehen jetzt unter Druck

Erlebt die IT-Welt ein Déjà-vu? Jahrelang waren Tablet-Computer nicht mehr als eine gute Idee, der niemand den Steigbügel zum Markterfolg reichen konnte. Die Geräte waren eher Prototypen, eine überzeugende Dienste-Infrastruktur dahinter hatte niemand – bis Apple kam und das iPad zum Kassenschlager machte. Mobile Payment war bisher so etwas wie der Tablet-PC, den einst Microsoft-Gründer Bill Gates dem Publikum schmackhaft machen wollte – plausibel, aber irgendwie dann doch nicht richtig begehrenswert. Und nun wieder Apple mit Apple Pay. Für das deutsche Kreditwesen Druck und Chance zugleich.

Apple Pay

Mobile Payment in Deutschland, war da was? Hier und da hat ein Verbraucher eine Karte im Portemonnaie, mit der man kontaktlos bezahlen könnte. Meist bleibt es aber beim Konjunktiv, da es an den Kassen im Handel oder der Gastronomie nur rund 40.000 passende Gegenstücke derzeit gibt, die mit den NFC-Signalen auch was anfangen könnten. Google hat mit Google Wallet bereits eine Lösung vorgelegt, das Smartphone zur Geldbörse zu machen. Mit der Telekom und Vodafone sind auch bereits zwei Telekommunikationsriesen in Sachen NFC unterwegs. Die Resonanz bislang: kaum wahrnehmbar. Auch weil Banken und Sparkassen das Thema stiefmütterlich behandeln, sie setzen nach wie vor auf ihre Girokarten.

Jetzt also Apple. Mit einer Menge Aufmerksamkeit und Erwartungen. Bis Apple Pay in Deutschland verfügbar sein wird, dauert es noch ein wenig. Apple wird die Zeit nutzen, um hierzulande – wie in den USA – wichtige Partner zu gewinnen. Die deutsche Kreditwirtschaft sollte schnell zu einer Entscheidung kommen, ob sie solch ein Partner sein möchte. Sonst läuft sie Gefahr, in der Zukunft nur noch Zuschauer am PoS zu sein. Es spricht viel für einen neuen Coup des Unternehmens aus Cupertino im Silicon Valley.

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Thibaut Loilier

Aktuelle Studie von GFT: Wird das Smartphone die Bankfiliale ersetzen?

Ersetzt das Smartphone die Bankfiliale?

Die Kontoführung mit dem Smartphone ist schon längst Alltag

Eine Zukunft ohne Bargeld? Viele Menschen können sich das durchaus vorstellen und sind bereit, ihre Überweisungen und Geldangelegenheiten bald nur noch per Handy durchzuführen. Auf den persönlichen Kontakt mit dem Bankberater will trotzdem kaum jemand verzichten. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle GFT Studie “Will Smartphones Replace Bank Branches?“. Sie gibt einen Überblick über die Erwartungen von Kunden sowie die Trends in der Mobile-Banking-Welt und wagt eine Vorschau in die Bankfiliale der Zukunft.

Dafür wurden im Mai 2013 894 Teilnehmer in fünf Ländern befragt: Brasilien, USA, Deutschland, Großbritannien und Spanien. Zusätzlich wurden für eine Beschreibung der aktuellen Marktsituation bereits existierende Studien analysiert und zukunftsweisende Filialmodelle unter die Lupe genommen.  More…

Simone Hedler

Schluss mit Standardlösungen? Aktuelle Trends im Core Banking

Das Finanzmagazin Banken+Partner hat in seiner heutigen Ausgabe einen Sonderteil zum Thema Core Banking veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht das Spannungsfeld von Standardisierung und Flexibilität, in dem sich Finanzinstitute bei der Weiterentwicklung ihrer Systeme momentan befinden. Der GFT Core-Banking-Experte Claus Heller war dafür Mitglied einer Expertenrunde zu aktuellen Kernbankentrends und hat zusätzlich seine Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Situation in einem Fachartikel beschrieben. Wir haben ihn aus diesem Anlass zu den aktuellen Entwicklungen im Core Banking befragt.

Claus Heller - Principal Consultant für Kernbankensysteme bei GFT

Claus Heller – Principal Consultant für Kernbankensysteme bei GFT

Welche Anforderungen kommen durch Mobile Banking & Co auf Kernbankensysteme zu?

Claus Heller: Ich denke, die größte Herausforderung wird das Thema Flexibilität sein. Neben dem Onlinebanking sind verschiedene neue Vertriebskanäle wie beispielsweise Smartphones oder Webportale hinzugekommen. Starre Systeme werden den neuen Vertriebsmodellen, die dadurch entstehen, nicht gerecht. Denn in Zukunft wird der Kunde mehr Interaktion mit seiner Bank fordern und z.B. Onlineberatung intensiver in Anspruch nehmen. Eine weitere Herausforderung wird sein, die damit verbundenen Sicherheitsrisiken auszuschalten. Dazu kommen neue gesetzliche Anforderungen wie SEPA oder FATCA und technische Trends – dabei denke ich vor allem an Big Data oder Cloud Computing. More…