Janina Benz

Blick über den Tellerrand: GFT ermöglicht zwölf Spaniern neue berufliche Perspektiven in Frankfurt

Training-on-the-job: Von Spanien direkt zum Kundeneinsatz nach Frankfurt. Zwölf spanische IT-Talente wurden ausgewählt und erhalten bei GFT die Möglichkeit, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das Talentprogramm ist auf zwei Jahre angelegt, danach besteht die Möglichkeit zur Übernahme durch GFT, entweder in Deutschland oder in Spanien.

Zwölf spanische Young Professionals sammeln Praxiserfahrung in Frankfurt

Zwölf spanische Young Professionals sammeln Praxiserfahrung in Frankfurt

Seit wenigen Wochen sitzen die Young Professionals nun in Frankfurt und arbeiten bei Projekten aus dem Finanzsektor mit. Für eine reibungslose Integration bietet GFT ihnen ein Rundumpaket, welches den Schritt ins unbekannte Land vereinfachen soll. Nach der Arbeit steht Deutsch lernen auf dem Programm, der Intensivkurs ist kostenlos für die Teilnehmer. Auch die Unterbringung wird in den ersten drei Monaten übernommen. Ein entsprechendes Mentoring-Programm sorgt dafür, dass die jungen Spanier individuelle Förderung erhalten, um ihre IT-Kenntnisse auszubauen sowie persönliche Stärken zu entwickeln. More…

Janina Benz

„We care“ – Maria Dietz präsentiert die Unternehmenswerte auf den wir-Tagen

Im Zuge des Fachkräftemangels sehen sich Firmen immer stärker damit konfrontiert, dass sie an ihrer sozialen Kompetenz, wie dem Betriebsklima und der Unternehmenskultur gemessen werden. Durch das Internet wird eine solche Informationsbeschaffung in nur wenigen Klicks möglich.

Maria Dietz stellt die Corporate Values auf den wir-Tagen vor

Maria Dietz stellt die Corporate Values auf den wir-Tagen vor

Umso globaler ein Unternehmen agiert, desto wichtiger sind akzeptierte und gelebte Wertestrukturen. Bei GFT arbeiten 2.000 Mitarbeiter in acht Ländern. Wir legen großen Wert auf eine Unternehmenskultur innerhalb der GFT Group, mit der sich jeder Mitarbeiter identifizieren kann. Deswegen haben wir die folgenden fünf Werte definiert: More…

Ulrich Dietz

Keine Panik vor der Arbeitswolke

Anfang November haben Betriebsräte großer deutscher IT-Unternehmen ihre Befürchtungen zur Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse infolge von Cloudworking und Crowdsourcing geäußert. Insbesondere die Gewerkschaft ver.di geht davon aus, dass dieser Trend mehr Freiberuflertum zur Folge hat und sich zu Lasten fester Arbeitsverhältnisse auswirkt. Wir nennen fünf Gründe, warum die Einschätzung der Gewerkschaft für Deutschland falsch ist.

1. Da der deutsche IT-Markt stark von beratungsintensiven IT-Services lebt, ist die Verlagerung von Arbeit in die Wolke nicht so relevant wie in anderen Ländern.

Beratung ist an Menschen gebunden, die einen engen Kontakt zum Kunden haben. Mehr als ein Drittel des Umsatzes im deutschen IT-Markt wird mit Dienstleistungen erzielt. Gute und langfristig beschäftigte Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital. Diese Unternehmen würden gerne mehr Fachkräfte fest einstellen als der Arbeitsmarkt derzeit hergibt.

2. Internationale Ausschreibungen der globalen IT-Unternehmen bieten deutschen Experten die Chance auf lukrative und spannende Projekte.

Bekanntlich gibt es in Deutschland nur wenige IT-Anbieter von weltweiter Bedeutung. Darunter leiden die exzellenten deutschen Informatik-Köpfe, die an innovativen Zukunftsprojekten mitwirken wollen. Über die Online-Plattformen der Big Player kann sich jeder mit seiner Expertise bewerben. So profitieren eben nicht bloß günstige ausländische Fachkräfte vom deutschen Outsourcing, sondern andersherum auch unsere Experten vom Qualitätsbedarf des globalen Arbeitsmarkts.

3. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt – für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer.

Immer mehr junge Menschen entziehen sich den herkömmlichen Arbeits- und Karrieremodellen. Stattdessen suchen sie nach einer Beschäftigung, die Abwechslung und Work-Life-Balance ermöglicht. Auf der anderen Seite suchen Unternehmen angesichts kürzerer Innovationszyklen und wiederkehrender Perioden wirtschaftlicher Unsicherheit nach einem flexiblen Arbeitskräftemanagement.

4. Der Fachkräftemangel lässt auch die Honorare für Freiberufler steigen.

In Deutschland gibt es derzeit rund 43.000 offene Stellen für Informatiker. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften steigt zunehmend. Gezwungen in eine Existenz als Freiberufler wird angesichts dieser Zahlen niemand. Die Unternehmen suchen händeringend nach IT-Fachleuten und bezahlen dafür entsprechende Gehälter.

5. Die gute Ausbildung der deutschen Informatiker schützt vor Lohndumping.

In Deutschland gibt es ein vielseitiges Aus- und Weiterbildungsangebot – vom Universitätsstudium über berufsbegleitende Studiengänge mit Anwendungsschwerpunkten bis zur klassischen Ausbildung für Informatikkaufleute. Die hohe Qualifikation der heimischen Informatik-Absolventen ist international anerkannt, sowohl im Hinblick auf IT-technische Grundlagen als auch hinsichtlich anwendungsspezifischer Fähigkeiten und Soft Skills. Entsprechend attraktiv sind die Gehälter in der IT- und Telekommunikationsbranche, die im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen auf einem Spitzenplatz liegen.

Janina Benz

Fehlende Arbeitsplätze in Spanien versus Fachkräftemangel in Deutschland – gibt es eine gemeinsame Lösung?

Bei der heutigen Ausbildungskonferenz in Stuttgart trafen sich Deutschlands und Spaniens Bundesbildungsminister, Annette Schavan und José Ignacio Wert Ortega, um über Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu sprechen. Ein Thema, mit dem sich auch GFT auseinandersetzt. Schließlich ist GFT seit 2001 auf dem spanischen Markt vertreten, derzeit mit mehr als 800 Mitarbeitern. Erst kürzlich haben wir im katalanischen Lleida den vierten Standort in Spanien eröffnet.

Marika Lulay, Chief Operating Officer bei GFT, wurde von der Stuttgarter Zeitung zur Situation vor Ort befragt, das Gespräch führte Alexander Günzler.

Alexander Günzler: Frau Lulay, wie sind Ihre Erfahrungen mit dem spanischen Arbeitsmarkt?

Marika Lulay - GFT Vorstandsmitglied

Marika Lulay - GFT Vorstandsmitglied

Marika Lulay: Im IT-Bereich gibt es dort viele gut qualifizierte Kräfte. Und dank attraktiver Personalkosten entwickelt sich das Land zum südeuropäischen Outsourcing-Standort. Die Spanier sind zwar etwas mobiler als die Deutschen, strömen aber, wenn sie ihre Heimatregion verlassen, vor allem in die Großstädte. In Barcelona und Madrid ist der IT-Arbeitsmarkt aber auch begrenzt. Wir sind mit Lleida daher in eine mittelgroße Stadt gegangen, um als mittelgroßer Arbeitgeber für ortsgebundene Kräfte präsent zu sein. Da wir dort der einzige IT-Dienstleister sind, hatten wir enorm viele Bewerbungen. Diese Strategie haben wir zuvor auch schon erfolgreich in Brasilien oder Indien verfolgt.

AG: Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund den schon lange beklagten IT-Fachkräftemangel in Deutschland?

ML: Es ist zu einfach zu sagen: es gibt einen IT-Fachkräftemangel. Weltweit gibt es genügend qualifizierte Menschen. Das Problem ist nur, dass wir die Spezialisten oft nicht dorthin bekommen, wo wir sie brauchen.

AG: Was hindert denn zum Beispiel junge Spanier daran, nach Deutschland zu kommen, um etwa in der IT-Branche zu arbeiten?

ML: Rein rechtlich ist das dank der Freizügigkeit innerhalb der EU kein Problem. Die größte Barriere ist meiner Erfahrung nach schlicht die Sprache. In der IT-Branche wird zwar viel auf Englisch dokumentiert, Meetings oder Kundenkontakte finden hierzulande jedoch in deutscher Sprache statt. Und da hapert es bei vielen Südeuropäern. Die Sprachenvielfalt ist zwar eine Herausforderung für ganz Europa. In kleineren Ländern, etwa in Osteuropa, kommt man aber auch mit Englisch durch. In Deutschland geht das nicht. Für Unternehmen wiederum bedeuten intensive Sprachschulungen für ausländische Mitarbeiter nicht nur hohe Kosten, sondern vor allem auch eine zeitliche Investition. Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis jemand lokal voll einsetzbar ist. Das ist eine wesentliche Barriere. Die oft angeführten hohen Kosten scheuen vermutlich vor allem die Leute selbst, weniger die Unternehmen.

AG: Was kann man dagegen tun?

ML: Auch wenn ich niemand bin, der sofort nach dem Staat ruft, meine ich, dass an Hochschulen, gerade in technischen Studiengängen, die sprachliche Kompetenz stärker gefördert werden sollte. Zudem könnte die Politik etwas tun, um die Mobilität der jungen Leute zu erleichtern.

AG: Wie könnte das aussehen?

ML: Viele Unternehmen helfen ihren Mitarbeitern etwa beim Umzug. Solch einen „Relocation Service“ könnte auch der Staat anbieten – etwa Anlaufstellen schaffen unter dem Motto „Mach mich fit für Deutschland“, wo junge Leute kostengünstig Informationen erhalten zu Ummeldung, Nachzug des Partners oder Kinderbetreuung. Praktische Lebenshilfe statt großer Verkündungen – das würde schon viel helfen.

Der Originalartikel wurde am 12.07.2012 in der Stuttgarter Zeitung veröffentlicht und ist unter diesem Link verfügbar.