Andrea Wlcek

„Junge Unternehmen müssen wachsen – geben wir Ihnen die Chance dazu!“

Die Initiative „Junge IT-Unternehmen Starten durch“ auf dem IT-Gipfel 2011 wird ausgebaut

Logo 6. Nationaler IT-Gipfel 2011 MünchenDie im Rahmen des letztjährigen IT-Gipfels ins Leben gerufen Initiative „Junge IT-Unternehmen starten durch“ hat das Ziel, jungen Unternehmen den Weg hin zum Global Player zu erleichtern.

Durch die einjährige Begleitung von erfahrenen Managern erfolgreicher IT-Unternehmen sollen deutsche Startups dabei unterstützt werden, nach der Gründungsphase die nächsten Wachstumsschritte zu gehen.

In diesem Jahr wird die Initiative fortgeführt und das Programm von zehn auf 25 Mentees erweitert. Ein Austausch zwischen Mentoren und Mentees findet am Vortag des IT-Gipfels statt. Beim Gipfel selbst haben die Mentees die Möglichkeit, sich und ihr Unternehmen in der Young IT-Lounge den Teilnehmern zu präsentieren –und mit etwas Glück sogar der Kanzlerin ihre Idee näherzubringen.

Ulrich Dietz war im letzten Jahr Mentor des Bremer Unternehmens Mobilinga, das Apps für mobiles Lernen entwickelt. Auch in diesem Jahr will er wieder einem jungen Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Seine Motivation: „In jungen deutschen IT-Unternehmen entstehen Innovationen schneller und unkomplizierter als in den großen, etablierten Unternehmen. Junge Unternehmen müssen wachsen –geben wir Ihnen die Chance dazu.“

Junge IT-Unternehmer haben jedoch nicht nur auf dem IT-Gipfel die Chance, sich zu präsentieren und auszutauschen. Noch bis zum 14.12. können sich Startups bei der von Ulrich Dietz initiierten CeBIT-Innovationsoffensive „CODE_n“ bewerben und als einer von 50 Gewinnern auf der weltgrößten IT-Messe auszustellen.

Andrea Wlcek

vernetzt– mobil – smart: Der nationale IT-Gipfel nähert sich zum sechsten Mal

Logo 6. Nationaler IT-Gipfel 2011 MünchenAm 6. Dezember treffen in der bayrischen Landeshauptstadt München die führenden Köpfe der deutschen ITK-Wirtschaft auf hochrangige Vertreter aus der Politik – allen voran Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Der Anlass: das BMWI lädt zum sechsten nationalen IT-Gipfel. Unter dem Motto „vernetzt-mobil-smart“ will man „den IKT-Standort Deutschland stärken, indem sich Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über zentrale Fragen der IKT austauschen und Initiativen ergreifen.“

In sechs Arbeitsgruppen und vier Fachforen werden sich die Gespräche hauptsächlich rund um die Schwerpunkte Vernetzung, Mobilität und smarte IKT-Anwendungen drehen. Diskussionsthema wird sicherlich auch die Leistungsfähigkeit des IT-Standortes Deutschland sein – was muss geschehen, um Deutschland zum Spitzenreiter in Sachen Informationstechnologie zu machen?

GFT hat als Mitglied der Arbeitsgruppe 1 „IKT-Standort und innovative Anwendungen für die Wirtschaft“ die Gremienarbeit aktiv mitgestaltet. Am Gipfeltag wird Ulrich Dietz in Forum 1 Diskussionsteilnehmer zum Thema „Vom Social Web zum Business Web: Wie gelingt Deutschland der Sprung in die Web-Wirtschaft?“ sein.

Neu in diesem Jahr: Die IT Gipfel-App bietet den Teilnehmen interessante Möglichkeiten zu Kommunikation, Diskussion und Vernetzung und kann kostenlos in App Store und Android Market heruntergeladen werden. Natürlich dient die App auch als digitaler Führer durch das Programm – alle wichtigen Termine lassen sich dort in Erfahrung bringen. Für Informationen und Meinungen zum Gipfel in Echtzeit gibt es außerdem die Möglichkeit, dort die neuesten Tweets abzurufen.

Bei Twitter werden die Teilnehmer dann auch unsere Tweets zum Thema finden: Unter dem Hashtag #itg11 werden wir unsere Eindrücke vom Gipfel schildern.

Wie schon im vergangenen Jahr wird der IT Gipfelblog des Hasso-Plattner-Instituts den 6. IT-Gipfels in München mit zahlreichen Interviews begleiten.

Janina Benz

Experte Dr. Hansjörg Leichsenring im Interview zum Thema Mobile Payment

Hansjörg Leichsenring, ist leidenschaftlicher Banker und Blogger und beschäftigt sich mit Innovationen, Trends und Kundenverhalten im Finanzsektor. Eines seiner Spezialgebiete ist das Thema Mobile Payment. Kennengelernt haben wir Herrn Leichsenring über Twitter und wir freuen uns sehr, dass er sich die Zeit genommen hat, uns ein paar spannende Fragen zu beantworten.

Miguel Reiser: Hallo Herr Leichsenring, haben Sie schon einmal Ihr Busticket mit dem Handy bezahlt?

 

Hansjörg Leichsenring: Nein, was aber u.a. auch daran liegt, dass ich sehr selten Bus fahre.

MR: Was denken Sie – wann wird dies selbstverständlich sein?

HL: Ganz generell ist meine Prognose, dass in fünf Jahren das Bezahlen mit dem Mobiltelefon hierzulande zum Alltag gehören wird.

MR: Was verhilft Mobile Payment in Europa zum Durchbruch?

HL: Viele Akzeptanzstellen, absolute Sicherheit und eine hohe Convenience für alle Beteiligten. Sowohl die Verbraucher als auch der Einzelhandel müssen Spaß daran haben. Dazu sind auch die Kosten zu beachten. In Deutschland haben wir immer noch die höchsten Preise für Mobilfunknutzung im Vergleich mit anderen Ländern. Das muss sich schnell ändern, um die Akzeptanz und Verbreitung beim Konsumenten noch zu stärken. Aber auch für den Handel muss es finanziell attraktiv sein, mobiles Bezahlen zu akzeptieren. Zusätzliche Kosten oder hohe Gebühren wären ein echtes Hemmnis für Mobile Payment.

MR: Wird die Möglichkeit zum Mobile Payment traditionelle Zahlungsmittel wie die Kreditkarte gänzlich verdrängen?

HL: Wohl eher nicht, wir haben ja auch nach Jahren des kartenbasierten Zahlens immer noch eine hohe Bargeldkultur. Der Kreditkartenanteil liegt hierzulande ja mit rd. 5 Prozent ohnehin sehr niedrig. Da erwarte ich auch durch Mobile Payment wenig Veränderung. Meine Schätzung ist, dass der Anteil des mobilen Bezahlens in ca. 5 Jahren bei 15-20 Prozent liegen könnte und in gleichen Teilen zu Lasten Bargeld- und EC-Karten-basierten Verfahren geht.

MR: Welche Rolle nehmen die Mobilfunkbetreiber ein und werden die Banken beim Zahlungsverkehr noch ihre Finger im Spiel haben, wenn sich Mobile Payment durchsetzt?

HL: Spannende Frage. Ich war entsetzt, als mir neulich der Vertreter einer Schweizer Großbank in einer Diskussion über Trends im Zahlungsverkehr sagte, es sei doch gar nicht so schlimm, wenn man als Bank endlich die Kleintransfers loswerde. Wenn sich diese Haltung bei den Banken durchsetzt, würden sie bald die Plattform „Girokonto“ als zentralen Kontaktpunkt verlieren. Im Augenblick hat es aber tatsächlich den Anschein, dass die Banken den Entwicklungen im Payment-Bereich eher zusehen, statt selbst Akzente zu setzen. Allerdings haben die Banken immer noch einen erheblichen Vorsprung, wenn es um die Frage geht, wem die Menschen ihr Geld anvertrauen. Insofern könnten sie mit einem „Zwischenspurt“ wieder ins Geschehen eingreifen. Die Mobilfunkbetreiber hätten hierzulande auch noch eine lange Wegstrecke zurückzulegen, bis sie entsprechende Angebote unterbreiten könnten. Da sieht es in anderen Ländern, wie z.B. Japan ganz anders aus. Allerdings gibt es bereits Mobilfunkgesellschaften mit einer Banklizenz für den Zahlungsverkehr. Deshalb ist für die Banken schon „Alarmstufe Rot“ angesagt. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass sich bei uns ein Partnering zwischen Bank und Mobilfunkanbieten durchsetzen wird. Derartige Kooperationen haben ja auch eine gewisse Tradition.

MR: Brauchen wir einen (europaweiten) Mobile Payment-Standard? Wenn ja: Regelt das der Markt, oder brauchen wir hierzu die Politik?

HL: Wenn wir über Mobilfunk sprechen, dann gibt es dort schon internationale Standards und auf diesen wird dann auch das Mobile Payment aufsetzen. Das liegt im Interesse aller Teilnehmer. Sobald es um regulierungspflichtige Angebote geht, greifen ohnehin die bankenaufsichtsrechtlichen Regeln. Ansonsten glaube ich, dass der Markt das alleine regeln kann und wird. Das Beispiel SEPA zeigt auch deutlich die Grenzen einer staatlich auf den Weg gebrachten Standardisierung.

MR: Welche Anforderungen bzw. Erfolgsfaktoren sehen Sie für die technische Umsetzung; Stichwort Datenschutz/Managing Trust?

HL: Aus Kundensicht: Schnelle Verbreitung der Akzeptanzstellen, ein hoher Sicherheitsstandard und enthaltener Zusatznutzen, z.B. durch Coupons, Treueprämien und Rabatte. Am besten macht das Ganze auch noch Spaß. Aus Sicht des Einzelhandels: Bereitstellung von Anreizen für die Akzeptanz mobiler Zahlungen (z.B. Übernahme der Einführungskosten), nicht mehr, sondern weniger Komplexität, einheitlicher Point-of-Sale. Außerdem ist daran zu denken, dass mobile Zahlungen mit Karten für eine lange Zeit nebeneinander existieren und integrierte, zertifizierte Lösungen für Händler erforderlich sind.

MR: Vielen Dank für das Interview und die ausführliche Diskussion unserer Fragen Herr Leichsenring.

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