Tipps für Einsteiger im Freelancing

Leitfaden für den erfolgreichen Umgang mit Kunden

Die Regeln des Teams durchschauen

IT-Projekte drehen sich nicht immer nur um Bits und Bytes. Fast immer sind Projektleiter, Berater, Unternehmensvertreter, Sales-Spezialisten und viele weitere Personen mit im Boot. Sie alle haben unterschiedliche Ziele und Prioritäten. Wer sich in einem solch komplexen Umfeld sicher bewegen kann, ist gegenüber den Mitbewerbern klar im Vorteil.

Setzen Sie auf das Netzwerk

IT-Spezialisten sollte man die Vorzüge von sozialen Netzwerken eigentlich nicht erklären müssen. Doch obwohl viele von ihnen privat eifrige Nutzer von Facebook, Xing und Co. sind, wird das Potenzial dieser Communities für berufliche Zwecke kaum genutzt. Investieren Sie einen Teil Ihrer Zeit in das Networking über diese Kanäle. Langfristig zahlt es sich in jedem Fall aus.

Teilen Sie Ihr Wissen

Viele Profis haben Angst, ihr Know-how auszuplaudern, bevor der Vertrag unterschrieben ist. Die Sorge, dadurch am Ende ohne Auftrag und mit geklauten Ideen dazustehen, ist allerdings unbegründet: Die guten, lukrativen Kunden, mit denen man gerne zusammenarbeitet, werden Ihre Offenheit honorieren. Sie schätzen den Partner, der das Problem von Anfang an erkennt und die Lösung zielstrebig vorantreibt. Der Ideendieb hingegen scheitert am Ende mit seiner eigenen, halbherzigen Umsetzung und raubt seinem IT-Partner Zeit und Nerven.

Kennen Sie den Projektumfang

Trauen Sie sich ein neues Projekt abzulehnen, wenn der Ausgang ungewiss ist. Niemandem ist geholfen, wenn das Scheitern auf halbem Weg droht. Werden Sie sich deshalb im Vorfeld genau klar, ob die gesetzten Ziele realistischerweise erreichbar sind.

Up-to-date bleiben

Informieren Sie sich über neue Technologien und Branchentrends, auch dann, wenn Sie davon nicht unmittelbar betroffen sind. Es gehört einfach dazu, über Themen wie Cloud Computing und Green IT mitreden zu können. Als Profi sollten Sie den Blick über den Tellerrand kennen.

Gut zu sein ist keine Schande

Sie sind qualifiziert und leisten exzellente Arbeit. Das brauchen Sie vor dem Kunden nicht zu verstecken. Seien Sie nicht arrogant und überheblich, aber spielen Sie auch nicht den Verzweifelten, der den Auftrag um jeden Preis braucht.

Miguel Reiser

Cloud Computing: Zurück in die Zukunft

Nicht nur für die Marktforscher von Gartner ist es das Top-Thema für 2011: Cloud Computing beherrscht die Diskussionen unter IT-Verantwortlichen. Der Technologieansatz, wonach Ressourcen wie Anwendungen, Prozessorleistung, Speicherkapazitäten und sogar das komplette Rechenzentrum aus einer „Wolke“ im Internet bezogen werden, hat sich zu einem Mega-Trend entwickelt – und dieser Trend wird auch in der Finanz- und Versicherungsbranche heiß diskutiert.

Gerade in der Finanzbranche üben solche zentralisierten IT-Modelle seit jeher einen besonderen Reiz aus: Schon in den 70er und 80er Jahren galt der Zentralrechner in Form eines Mainframes als zuverlässige und sichere Arbeitsmaschine. Die zentrale Datenhaltung ermöglichte den Banken eine enorme Zeitersparnis. Der Trend zu heterogenen Netzen erhöhte die Komplexität der IT-Landschaften und sorgte zeitgleich aber auch für Kompatibilitäts-, Sicherheits- und Verfügbarkeitsprobleme und ließ so die Kosten in der IT explodieren. In diesem Zusammenhang existiert zwischen Cloud Computing und Mainframe ein entscheidender Unterschied: Anders als im unternehmenseigenen Rechenzentrum muss beim Rechnen in der Cloud keine eigene und teure IT-Infrastruktur bereitgestellt werden. Das Prinzip basiert vielmehr auf einem oder mehreren Anbietern. In der Regel vereint die „Wolke“ dabei verschiedene Virtualisierungskonzepte, Provisioning, Automatisierung, Betriebs- und Storage-Systeme sowie Anwendungen zu einem kompletten Service für die Bank. Statt am Terminal arbeitet der Anwender per Internet-Browser.

Fest steht aber auch: Vor allem im Bankensektor ist es Pflicht, neben dem technischen und organisatorischen Aspekt auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Migration in die Cloud genau zu prüfen. Hier spielen Faktoren wie Datenschutz und Datenverfügbarkeit eine wichtige Rolle. Gerade im Bankenumfeld werden viele sensible Daten verarbeitet, übertragen und gespeichert, eine Auslagerung von Informationen ist dort naturgemäß mit einem besonderen Risiko verbunden. Wichtig ist beispielsweise, dass Provider sicherstellen müssen, eigenen Mitarbeitern den Zugriff auf die Daten des Kunden verwehren zu können.

Banken werden in der Regel dazu übergehen, beide Varianten des Cloud Computings zu nutzen: die Private und Public Cloud. Während in der Private Cloud – also in der Wolke innerhalb der Bank – datenschutzkritische Aufgaben abgearbeitet werden können, lassen sich in der Public Cloud die alltäglichen und weniger sensiblen Prozesse abwickeln. Damit behält die Bank die Kontrolle über ihre vertraulichen Informationen und nutzt dennoch die technischen und betriebswirtschaftlichen Vorteile des Cloud Computings.