Ulrich Dietz

Neues Modeportal eröffnet

Im Rahmen der Förderung junger, innovativer IT-Unternehmer unterstützen wir die im Juli 2010 gegründete Youdress GmbH.

Youdress ist ein soziales Netzwerk, das Menschen miteinander verbindet, die sich für Mode- und Stylingthemen begeistern. Die Seite macht das Einkaufen zum Erlebnis, sie regt zum Austausch an und bietet über das Netzwerk Beratung in Modefragen. Um das Shopping im Web noch attraktiver zu machen setzt Youdress auf Tools wie eine virtuelle Garderobe, einen Modeberater, Street Fashion Outfit-Tipps und eine leistungsfähige Suchfunktion für den nächstgelegenen Laden. Fehlende Beratung im Web wird durch Vernetzung und Austausch ersetzt.

Entwickelt wurde die Plattform von Jonathan Günak, der das Shopping-Erlebnis ins Social Web bringen möchte. Youdress unterstützt seine Nutzer dabei, im Trend zu sein und kreativ mit dem Thema Mode umzugehen, ohne dabei die Individualität des Einzelnen einzuschränken – und das über alle Zielgruppen hinweg. Seit Freitag, dem 17. Dezember hat die Plattform ihre ersten registrierten Betanutzer. Der eigentliche Launch findet im Januar 2011 statt. Wir meinen: Wer sich für Mode interessiert, sollte unbedingt einmal bei youdress.com vorbeisurfen.

Detlef Kubusch

Churn Management – Kundenfluktuation proaktiv verhindern

Bestandskundenpflege, Kundenbindung und Kundenservice bilden die drei wesentlichen Säulen, um Kundenabwanderung, also CHURN (= CHange + tURN), zu verhindern. CHURN bezeichnet den Verlust bestehender Klienten durch Vertragswechsel oder -stornierung. Davon besonders betroffen sind laut aktuellem Branchenvergleich z.B. Versicherungen, Krankenkassen und Finanzinstitute. Churn Management unterstützt Unternehmen dabei, die wesentlichen Gründe für einen Anbieterwechsel zu analysieren und Abwanderungsquoten um 10 bis 35% zu reduzieren. Im Fokus stehen dabei folgende Überlegungen:

  • Analyse der Abwanderungsgründe – warum wechseln Kunden: Die Datenhistorie des Kunden gibt Aufschluss über eventuelle Abhängigkeiten. Eingegangene Beschwerden, Abrechnungsfehler sowie unbeantwortete Anfragen weisen beispielsweise auf den Unmut des Klienten hin. Die Identifizierung der relevanten Kündigungsgründe ermöglicht die Ableitung eines Vorhersagemodells zur Prognose eventueller Austritte. Der Preis spielt dabei übrigens eine untergeordnete Rolle: Eine Vielzahl von Studien belegt, dass Kunden nicht so preissensitiv sind, wie allgemein angenommen.
  • Maßnahmen – Abwanderungen proaktiv entgegenwirken: Entscheidend sind Kenntnisse darüber, welche Kunden abwanderungsgefährdet sind. In die Überlegungen mit einfließen sollte dabei unbedingt der Kundenwert, möglichst im Sinne eines Customer Lifetime Value – beispielsweise ist ein verheirateter Jungakademiker im Lebenszyklus ggf. wertvoller für ein Finanzinstitut als eine andere Kundengruppe. IT-gestützte Analysetools wie der Churn Scoring Cube von GFT helfen dabei, auf Churn-, Kunden- und Risikoscores optimierte Maßnahmenbündel abzuleiten. Über Sonderkonditionen, Upgrades oder kundenspezifische Services kann die Bindung an den Dienstleister erhöht werden.
  • Tracking und Ergebnisanalyse – was war erfolgreich: Nur wer den Erfolg seiner Entscheidungen analysiert, verbessert das Gesamtmodell. Banken und Versicherungen sollten definierte Maßnahmen in die vorhandenen Prozesse und Systeme integrieren, Ergebnisse laufend nachhalten, das Modell kontinuierlich verbessern und somit langfristig wertvolle Kundenbeziehungen mit optimaler Ressourcenallokation aufbauen.
Ulrich Dietz

Fachkräftemangel: Deutschland muss attraktiver werden

Deutschland mangelt es an hochqualifizierten Fachkräften. Seit Wochen und Monaten debattieren Fachleute über Ursachen für das Problem und Wege aus dem Dilemma. Politik und Wirtschaft sind sich darüber einig, dass viel Potenzial in der deutschen Gesellschaft steckt und diskutieren über Konzepte, wie die Lücken geschlossen werden können. Doch den Worten müssen Taten folgen. Technische Studiengänge müssen stärker beworben, mehr Frauen für IT-Berufe gewonnen und die Abwanderung der Hochqualifizierten ins Ausland verhindert werden. Doch das ist nur der Anfang. Um im internationalen Vergleich nicht auf der Strecke zu bleiben, muss Deutschland über den Tellerrand hinausschauen und bei der Suche nach Personal selbst die Fühler ausstrecken: Die deutsche IT-Wirtschaft braucht dringend Fachkräfte aus dem Ausland.

Einfacher gesagt als getan: Ausländische Bewerber stehen in Deutschland derzeit nicht gerade Schlange. Fakt ist: Wir müssen international als Arbeitgeber attraktiver werden und es im Arbeitsumfeld zum ‚Place to be’ schaffen. Dazu gehören neben einer aktiven Werbung auch gesetzliche Anpassungen. Hier ist in erster Linie die Politik gefordert, die Weichen für eine bessere Zuwanderungspolitik zu stellen. Die Vorrangprüfung für Mangelberufe wie Informatiker oder Ingenieure ist beispielsweise ein zeitaufwendiges und ineffizientes Instrument zur Besetzung offener Stellen. Weitere notwendige Maßnahmen, um die Einstellung ausländischer Mitarbeiter zu erleichtern und Deutschland wettbewerbsfähiger zu machen: Die Einkommensschwelle für Hochqualifizierte sollte von derzeit 66.000 Euro auf 40.000 Euro abgesenkt werden.

Allerdings darf man den Schwarzen Peter nicht nur der Politik zuschieben. Unternehmen müssen selbst aktiv werden und sich um die Attraktivität des deutschen Arbeitsmarktes bemühen. Dieses Handeln ist dringend notwendig: Der demografische Wandel macht sich bereits jetzt schon bemerkbar, die Folgen sind spürbar. Deutschland muss gegensteuern und der Ausdünnung des Fachwissens in Spezialgebieten entgegenwirken. Nur indem wir die Zügel selbst in die Hand nehmen sowie Engagement und Verantwortungsbewusstsein zeigen, werden wir den Wettbewerb um die besten Köpfe national sowie international gewinnen.

Ulrich Dietz

IT-Standort Deutschland: Auf in die Champions League!

Im Vorfeld des IT-Gipfel in Dresden wird ein Thema besonders heiß diskutiert: Wie schaffen wir es, in der zukunftsträchtigen IT-Industrie aus der Regionalliga in die Champions League aufzusteigen? Auf den ersten Blick lesen sich die Zahlen wie ein voller Erfolg. Mit 14.000 neugegründeten Hightech-Unternehmen im Jahr 2010 verzeichnen wir einen Zuwachs von drei Prozent zum Vorjahr und gar einen 20-prozentigen Anstieg gegenüber dem Krisenjahr 2008. Doch um beim Bilde zu bleiben: Das ist lokaler Breitensport, denn nur wenigen deutschen ITK-Firmen gelang es in den vergangenen Jahren, sich auch auf dem internationalen Parkett durchzusetzen. Unser Ziel muss sein, dass wir eine Unternehmens- und Gründerkultur schaffen, die den internationalen Erfolg als Maßstab nimmt.

Ein Blick in die Geschichte hilft hier. In Schlüsselindustrien des 20. Jahrhunderts – Maschinenbau, Automobilindustrie, Bergbau – hat es Deutschland mit dem Gütesiegel „Made in Germany“ zu Weltruhm geschafft. An diesen Erfolg wollen wir mit einer neuen Hightech-Initiative anknüpfen. Es muss uns gelingen, in Zukunftsindustrien wie der ITK-Branche Global Player made in Germany zu etablieren. Unser Anspruch sollte lauten: Wir wollen ein Top-IT-Standort werden. Zwar haben wir durchaus pfiffige Gründer, doch wer in der ITK-Branche mitsprechen will, muss international aufgestellt sein.

Um den IT-Standort Deutschland international wettbewerbsfähig zu machen, bedarf es einem engen Zusammenspiel zwischen Politik, Wirtschaft und Investoren. Wir brauchen eine neue Gründerkultur, die nach dem Motto „Think big, start small“ den Weltmarkt aufmischt.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, dass Jung-Entrepreneure lernen, wie sie ihr Geschäftsmodell international ausrollen. Nur so schaffen wir es, den IT-Standort Deutschland als eine Top-Adresse zu etablieren. Der positive Nebeneffekt: Auch internationale Firmen und ausländische Fachkräfte können wir mit einer solchen Initiative für den hiesigen Standort gewinnen.

Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Als Mitglied der Arbeitsgruppe 1 zur Vorbereitung des 5. Nationalen IT-Gipfels in Dresden engagiere ich mich deshalb besonders im Mentorenprogramm, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ins Leben gerufen wurde. Es ist mir eine Freude, im Rahmen dieses Netzwerks die Patenschaft für ein junges Unternehmen zu übernehmen und es über das Jahr hinweg zu begleiten.

Ein erstes Treffen der Mentoren mit ihren Mentees ist für kommende Woche auf dem IT-Gipfel vorgesehen. Ich freue mich auf den Austausch mit den jungen Kollegen und auf intensive Diskussionen. Wir werden gemeinsam daran arbeiten, die Wachstumsbedingungen für junge Unternehmen zu verbessern und auch die Politik in die Pflicht nehmen. Ich bin überzeugt, dass die Politik entscheidend dazu beitragen kann, den IT-Standort Deutschland gerade für junge Unternehmen attraktiver zu gestalten. Der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik auf dem IT-Gipfel ist aus meiner Sicht entscheidend und wird auch in diesem Jahr wieder wichtige Weichen stellen, um die Wettbewerbsfähigkeit des IT-Standorts Deutschland nachhaltig zu sichern.